Gestaltung & Extras: Komplett-Guide 2026
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: Gestaltung & Extras
Zusammenfassung: Gestaltung & Extras verstehen und nutzen. Umfassender Guide mit Experten-Tipps und Praxis-Wissen.
Farbpsychologie im akademischen Druck – Wie Farben Wahrnehmung und Beurteilung beeinflussen
Wer glaubt, die Farbe eines Einbands spiele bei der Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit keine Rolle, unterschätzt einen gut dokumentierten psychologischen Effekt: den Halo-Effekt. Studien aus der kognitiven Psychologie zeigen, dass der erste visuelle Eindruck eines Objekts die Bewertung nachfolgender Eigenschaften beeinflusst – auch bei trainierten Prüfern. Ein gepflegtes, durchdachtes Äußeres einer Bachelorarbeit signalisiert Sorgfalt und erhöht unbewusst die Erwartung an den Inhalt. Das ist keine Spekulation, sondern empirisch belegte Wirklichkeit aus der Konsumentenpsychologie, übertragbar auf akademische Kontexte.
Warme vs. kühle Farbtöne: Was sie über dich aussagen
Farben kommunizieren auf einer nicht-verbalen Ebene Persönlichkeitsmerkmale und Haltungen. Kühle Töne wie Dunkelblau, Grau und Anthrazit strahlen Seriosität, Präzision und Verlässlichkeit aus – kein Zufall, dass sie in wissenschaftlichen und juristischen Bereichen dominieren. Warme Töne wie Terrakotta, Beige oder sanftes Rosa hingegen vermitteln Zugänglichkeit, Kreativität und eine individuelle Handschrift. Wer eine Arbeit in einem kreativen Studiengang wie Design, Kommunikationswissenschaften oder Kulturmanagement einreicht, kann mit diesen Tönen gezielt eine Aussage treffen. Entscheidend ist die Passung zwischen Farbwahl und disziplinärem Kontext.
Besonders Beige und Creme-Töne werden in der Farbpsychologie mit Ruhe, Zeitlosigkeit und intellektueller Reife assoziiert. Wer sich für einen gedeckten, eleganten Grundton für den Druck seiner Abschlussarbeit entscheidet, wählt eine Farbe, die in keinem akademischen Umfeld als unangemessen wahrgenommen wird – und trotzdem aus dem Stapel klassisch weißer Arbeiten heraussticht.
Psychologische Wirkung gezielt einsetzen
Die Entscheidung für eine Farbe sollte niemals rein intuitiv fallen. Folgende Faktoren sind bei der Auswahl systematisch zu berücksichtigen:
- Fachbereich und Institutskultur: Naturwissenschaften und Jura tolerieren wenig Abweichung vom Konservativen; Geistes- und Sozialwissenschaften bieten mehr Spielraum.
- Zielgruppe der Erstleser: Wer weiß, dass die Erstprüferin oder der Erstprüfer einen eher traditionellen Stil bevorzugt, sollte das einkalkulieren.
- Konsistenz zwischen Inhalt und Form: Eine Arbeit über feministische Medientheorie in einem dezenten Rosa wirkt stimmig; dieselbe Farbe bei einer volkswirtschaftlichen Analyse könnte irritieren.
- Sättigungsgrad der Farbe: Gedeckte, entsättigte Töne wirken akademisch; hochgesättigte, knallige Farben lenken ab und wirken unprofessionell.
Wer seinen Einband farblich gestalten möchte, ohne dabei den wissenschaftlichen Charakter zu untergraben, findet heute eine breite Palette an Optionen, die Individualität und Seriosität verbinden. Der Schlüssel liegt im Verständnis, dass Farbe nie neutral ist – sie ist immer Kommunikation. Eine bewusst gewählte, zu Fachbereich und Persönlichkeit passende Farbe kann diesen Effekt produktiv nutzen, anstatt ihn dem Zufall zu überlassen.
Für alle, die eine mutigere Entscheidung treffen möchten: ein Druck in einem sanften Rosaton ist längst kein Statement mehr, das polarisiert – sondern eines, das bei richtiger Ausführung Selbstbewusstsein und Gestaltungskompetenz signalisiert. Vorausgesetzt, der Rest der Arbeit hält, was der Einband verspricht.
Bindungsarten im Vergleich: Hardcover, Softcover und Klebebindung für die Bachelorarbeit
Die Wahl der Bindungsart ist keine reine Geschmacksfrage – sie beeinflusst, wie Prüfer deine Arbeit wahrnehmen, wie lange sie haltbar bleibt und ob du überhaupt die Anforderungen deiner Hochschule erfüllst. Viele Studierende unterschätzen diesen Schritt und greifen zur günstigsten Option, ohne die Konsequenzen zu kennen. Dabei trennen sich hier bereits die Arbeiten, die im Regal eines Professors jahrelang ihren Platz behaupten, von denen, die nach dem ersten Durchblättern auseinanderfallen.
Hardcover: Die professionelle Wahl mit langfristiger Wirkung
Das Hardcover-Einband gilt bei Bachelorarbeiten als Goldstandard – und das aus gutem Grund. Ein steifer Pappdeckel mit einer Stärke von typischerweise 2,5 bis 3 mm schützt die Seiten dauerhaft und verleiht der Arbeit ein Gewicht, das buchstäblich spürbar ist. Wer seine Arbeit mit einer Prägung auf dem Einband aufwertet, erzielt einen Effekt, der bei Folien- oder Softcover-Varianten schlicht nicht möglich ist – der Name, der Titel und das Jahr werden dauerhaft in den Einband gedrückt, ohne dass Papier verblasst oder verrutscht. Hardcover-Bindungen kosten je nach Anbieter zwischen 15 und 35 Euro pro Exemplar, bieten aber eine Haltbarkeit von Jahrzehnten.
Ein unterschätzter Vorteil: Das Deckblatt unter der Klarsichtfolie entfällt beim klassischen Hardcover, da Titel und Informationen direkt auf dem Einband erscheinen. Wer dennoch ein separates Innendeckblatt gestalten möchte, sollte sich informieren, wie man Deckblatt und Bindung sauber aufeinander abstimmt – denn ein schlecht positioniertes Deckblatt hinter einem Hardcover wirkt unprofessionell.
Softcover und Klebebindung: Wann welche Option sinnvoll ist
Das Softcover arbeitet mit einem flexiblen Kartondeckel (meist 300 bis 400 g/m²) und einer Klebebindung. Es ist günstiger – typischerweise 5 bis 12 Euro – und ausreichend für Hochschulen, die keine spezifischen Bindungsvorgaben machen. Der Nachteil liegt in der Langlebigkeit: Bei häufigem Aufschlagen lösen sich die Seiten nach ein bis zwei Jahren an der Klebestelle, besonders bei seitenstarken Arbeiten über 80 Blatt. Für Arbeiten mit farbigen Grafiken, Diagrammen oder besonderen Designelementen bietet das Softcover allerdings mehr Spielraum – die Auswahl des richtigen Farbdesigns für den Einband gelingt hier besonders flexibel, da Softcover-Karton in nahezu jeder Farbe verfügbar ist.
Die Klebebindung ohne Deckblatt – also die reine Thermobindung mit transparenter Vorderfolie und schwarzem Rücken – ist die günstigste Variante und für Abgaben geeignet, bei denen das Exemplar nur intern archiviert wird. Für Prüfungsexemplare, die in die Hände von Gutachtern kommen, ist sie jedoch kaum empfehlenswert: Die Folie kratzt schnell, die Transparenz lässt Schmutz durchscheinen, und der erste Eindruck wirkt provisorisch.
- Hardcover: Beste Haltbarkeit, Prägungsmöglichkeit, ideal für alle Abgabeexemplare
- Softcover: Ausreichend stabil, günstiger, gut für farbige Designkonzepte
- Klebebindung (Thermobindung): Nur für interne Kopien oder Entwürfe geeignet
Die Entscheidung sollte immer mit einem Blick in die Prüfungsordnung beginnen – einige Hochschulen schreiben explizit eine feste Bindung vor, was Thermobindungen grundsätzlich ausschließt. Im Zweifel beim Prüfungsamt nachfragen: Ein falsches Bindeformat kann zur Nachbesserung führen und kostet wertvolle Zeit kurz vor der Abgabe.
Vor- und Nachteile der Gestaltungselemente und Extras in akademischen Arbeiten
| Gestaltungselement / Extra | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Hardcover-Bindung | Hohe Haltbarkeit, professioneller Eindruck, Möglichkeit zur Prägung. | Höhere Kosten im Vergleich zu anderen Bindungsarten. |
| Farbige Einbände | Signalisiert Individualität, kann je nach Fachbereich positiv wahrgenommen werden. | Risiko, als unprofessionell wahrgenommen zu werden, wenn Farbwahl nicht passt. |
| Mattes Laminat | Eleganter, professioneller Look, reflektiert kein Licht. | Kann anfälliger für Fingerabdrücke sein. |
| Prägungen | Hochwertige Optik, hinterlässt bleibenden Eindruck. | Zusätzliche Kosten und Risiko von Tippfehlern in der Prägung. |
| Deckblatt-Design | Erstes visuelles Element, wichtig für den ersten Eindruck. | Fehler (z. B. falsche Titel) können zur Rückgabe führen. |
Deckblatt-Design: Pflichtangaben, Layout-Prinzipien und typische Gestaltungsfehler
Das Deckblatt ist die erste Seite, die dein Prüfer zu Gesicht bekommt – und gleichzeitig die Seite, auf der die meisten formalen Fehler passieren. Dabei ist der Inhalt weitgehend standardisiert. Was Studierende immer wieder unterschätzen: Schon kleine Abweichungen von den Vorgaben können zur Rückgabe führen, noch bevor der erste inhaltliche Satz gelesen wurde.
Pflichtangaben: Was auf kein Deckblatt fehlen darf
Die Kerninformationen sind an fast allen deutschsprachigen Hochschulen identisch, wenngleich Reihenfolge und exakte Bezeichnungen variieren. Prüfe deshalb immer zuerst das hochschulspezifische Formblatt oder die Prüfungsordnung – viele Fakultäten stellen eine verbindliche Vorlage bereit. Im Zweifelsfall gilt: Lieber eine Version zu viel beim Prüfungsamt nachfragen als eine Version zu wenig.
- Titel der Arbeit (vollständig, ggf. Untertitel)
- Art der Arbeit (z. B. „Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science")
- Hochschule, Fachbereich und Institut
- Name, Matrikelnummer und Studiengang des Verfassers
- Name des Erst- und Zweitprüfers (Titel korrekt angeben – Prof. Dr. vs. Dr. macht einen Unterschied)
- Abgabedatum (oft: Monat und Jahr genügen, aber prüf das)
Hochschulen mit Kooperationsprogrammen oder dualen Studiengängen verlangen zusätzlich den Namen des Partnerunternehmens. Wenn du deine Arbeit extern angefertigt hast, gehört das Unternehmen ebenfalls auf das Deckblatt – mit korrekter Rechtsform und Abteilung.
Layout-Prinzipien: Struktur schlägt Dekoration
Ein professionelles Deckblatt folgt einer klaren visuellen Hierarchie: oben die institutionelle Zuordnung (Hochschule, Fachbereich), mittig der Titel als prominentestes Element, unten die personenbezogenen Angaben. Der Titel sollte mindestens 14–16 pt groß sein, bei Standardsatz von 12 pt – so entsteht visuelle Priorität ohne typografischen Stress. Zentrierte Ausrichtung ist der akademische Standard; linksbündige Layouts sind in manchen Design- und Medienstudiengängen erlaubt, aber immer die Ausnahme.
Wer seine Arbeit professionell drucken lässt und dabei das Deckblatt optimal vorbereiten möchte, sollte auf ausreichende Randbreiten achten: Mindestens 2,5 cm auf allen Seiten verhindern, dass Schrift beim Binden in die Bindezone wandert. Besonders bei Klebebindung gilt: Der linke Rand des Deckblatts verschwindet je nach Bindeverfahren um 5–8 mm – das beeinflusst das optische Gleichgewicht des Layouts spürbar.
Farbe auf dem Deckblatt ist an den meisten Universitäten nicht verboten, aber sie erfordert Fingerspitzengefühl. Wer bei der Farbgestaltung der Bindung und des Deckblatts eine konsistente Linie verfolgt, wirkt durchdachter als jemand, der Highlighter-Gelb auf einen weißen Hintergrund setzt. Neutralere Akzentfarben wie Dunkelblau, Anthrazit oder die offiziellen CI-Farben der eigenen Hochschule sind immer die sichere Wahl.
Typische Gestaltungsfehler, die im Prüfungsalltag tatsächlich vorkommen: falsch geschriebene Professorentitel, fehlende Matrikelnummer, Abgabedatum aus dem Vorjahr (copy-paste-Fehler aus einer Seminararbeit), zu kleine Schriftgröße für den Titel oder ein Logo der Hochschule in schlechter Auflösung. Letzteres fällt beim Druck sofort auf. Wenn du verstehen willst, wie Deckblatt und physische Bindung zusammenspielen, lohnt sich ein Blick darauf, wie das Deckblatt korrekt in die Bindung integriert wird – denn ein perfektes Layout auf schlecht eingebundenem Papier verliert seinen Effekt.
Prägung und Veredelung: Techniken, Kosten und Wirkung auf den ersten Eindruck
Der Einband einer Bachelorarbeit ist das Erste, was Prüfer und Gutachter wahrnehmen – noch bevor sie eine einzige Zeile gelesen haben. Eine Blindprägung oder Folienprägung auf dem Hardcover vermittelt sofort: Hier wurde mit Sorgfalt gearbeitet. Das ist kein oberflächlicher Eindruck, sondern ein psychologisch belegtes Phänomen – haptische Qualität beeinflusst die Bewertung des Gesamtprodukts nachweislich. Wer das ignoriert, verschenkt Potenzial.
Prägeverfahren im Vergleich: Blindprägung, Folienprägung und Reliefprägung
Die Blindprägung ist die klassische Variante: Name, Titel und Hochschule werden direkt in den Einbandstoff gepresst, ohne zusätzliche Farbe oder Folie. Das Ergebnis ist dezent, professionell und zeitlos – ideal für konservative Fachbereiche wie Jura oder BWL. Die Folienprägung dagegen arbeitet mit metallischer oder matter Folie in Gold, Silber oder Schwarz und erzeugt eine deutlich sichtbarere Wirkung. Besonders bei dunklen Einbandfarben setzt Goldfolie einen starken visuellen Akzent. Die Reliefprägung, bei der das Motiv dreidimensional aus dem Material herausgehoben wird, ist aufwendiger und im akademischen Bereich seltener, aber für besondere Präsentationsexemplare durchaus geeignet.
Wer tiefer in die Wirkung dieser Veredelungsstufen einsteigen möchte, findet bei der Frage, warum eine Prägung den Gesamteindruck Ihrer Abschlussarbeit so nachhaltig prägt, umfassende Hintergründe und konkrete Entscheidungshilfen.
Kosten und Aufwand realistisch einschätzen
Im Direktvergleich kostet eine Blindprägung beim Druckdienstleister in der Regel zwischen 3 und 8 Euro Aufpreis pro Exemplar, eine Folienprägung liegt je nach Flächengröße und Anbieter bei 5 bis 15 Euro zusätzlich zum Grundpreis des Hardcovers. Wer drei Pflichtexemplare plus ein persönliches Exemplar druckt, kalkuliert also mit einem überschaubaren Mehraufwand von 20 bis 60 Euro insgesamt. Angesichts der Gesamtkosten einer Abschlussarbeit ist das eine Investition mit klarem Nutzen-Kosten-Verhältnis.
Entscheidend ist, dass die Prägeinformation korrekt übermittelt wird. Druckereien benötigen in der Regel eine separate Textdatei oder eine spezifische Druckvorlage für den Prägebereich. Tippfehler in der Prägung lassen sich nachträglich nicht korrigieren – das Exemplar ist dann schlicht unbrauchbar. Wie man das Deckblatt technisch und inhaltlich so aufbereitet, dass es reibungslos in die Produktion geht, beschreibt der Leitfaden zum professionellen Gestalten des Deckblatts vor dem Druck Schritt für Schritt.
- Farbwahl des Einbands: Dunkle Töne (Navy, Schwarz, Bordeaux) funktionieren mit Gold- und Silberfolien besonders wirkungsvoll
- Zeichenanzahl begrenzen: Prägeflächen unter 80 Zeichen sind schärfer und lesbarer als vollständige Langtitel
- Schriftgröße mindestens 10 pt: Kleinere Grade werden beim Prägeprozess oft unleserlich
- Vorab Muster anfordern: Viele Druckereien bieten digitale Vorschau oder physische Probeprägungen an
Wer das Gesamtpaket aus Einband, Prägung und Deckblattgestaltung als Einheit begreift, arbeitet effizienter. Der Artikel zum optimalen Zusammenspiel von Bindung und Deckblattgestaltung zeigt, wie beide Elemente aufeinander abgestimmt werden, damit das Ergebnis aus einem Guss wirkt – und nicht wie nachträgliches Zusammenstückeln.
Neutrale vs. expressive Farbwahl: Risiken und Chancen unkonventioneller Druckentscheidungen
Die Farbwahl beim Einband der Bachelorarbeit ist keine rein ästhetische Entscheidung – sie sendet ein Signal an Prüfer, Kommissionsmitglieder und Gutachter, noch bevor eine einzige Zeile gelesen wurde. Klassische Farben wie Schwarz, Dunkelblau und Bordeaux gelten seit Jahrzehnten als der sichere Hafen: Sie vermitteln Seriosität, Struktur und akademische Reife. Studien zur Farbpsychologie zeigen, dass dunkle, gesättigte Töne mit Kompetenz und Verlässlichkeit assoziiert werden – Eigenschaften, die im wissenschaftlichen Kontext direkten Einfluss auf den ersten Eindruck haben können.
Wann expressive Farben funktionieren – und wann sie scheitern
Unkonventionelle Farben sind kein automatisches Risiko, aber sie erfordern Kontextsensitivität. Ein rosafarbener Einband als bewusste gestalterische Entscheidung kann in Fachbereichen wie Modedesign, Kommunikationswissenschaften oder Kulturwissenschaften als Ausdruck konzeptionellen Denkens gelesen werden. In einem juristischen oder ingenieurwissenschaftlichen Umfeld hingegen läuft man Gefahr, dass die Farbwahl als mangelndes Gespür für formale Konventionen interpretiert wird. Der entscheidende Faktor ist nicht die Farbe selbst, sondern ihre Kohärenz mit dem fachlichen Kontext und dem Gesamtlayout der Arbeit.
Erdige und warme Neutraltöne bieten eine interessante Mittelposition zwischen Standard und Individualität. Ein Beige-Ton beim Druck wirkt zurückhaltend elegant und differenziert sich subtil von der uniformen Masse klassischer Schwarz-Einbände, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, die von der inhaltlichen Qualität ablenken könnte. Diese Farben liegen im sogenannten „Safe Creative Space" – sie zeigen Stilbewusstsein ohne Provokation.
Die Konsistenz als entscheidendes Qualitätsmerkmal
Ein häufiger Fehler: Studenten wählen einen expressiven Einband, kombinieren ihn aber mit einer völlig neutralen, minimalistischen Titelseite und Standard-Schriftarten im Innenteil. Dieses Mismatch signalisiert keine bewusste Gestaltungsentscheidung, sondern Inkonsequenz. Wer sich für eine farbige Gestaltung entscheidet, sollte das Farbkonzept konsequent durch alle Designelemente der Bindung führen – von der Einbandfarbe über den Deckblatt-Rahmen bis hin zu Kapiteltrennseiten oder farbigen Überschriften.
Folgende Faktoren sollten bei der Farbentscheidung systematisch abgewogen werden:
- Fachbereichskultur: Gibt es in deinem Institut eine ungeschriebene Norm? Ein Blick in die Institutsbibliothek auf bestehende Abschlussarbeiten gibt schnell Auskunft.
- Prüfererwartungen: Konservative Gutachter gewichten formale Konventionen stärker – informelle Gespräche mit Betreuern können hier viel verraten.
- Papierqualität und Farbwirkung: Auf mattem Papier wirken Farben deutlich anders als auf glänzendem Karton – ein Testdruck vor der Endentscheidung ist obligatorisch.
- Reproduzierbarkeit: Wer mehrere Exemplare druckt, muss sicherstellen, dass Sonderfarben chargenübergreifend konsistent geliefert werden.
Die Risikoabwägung lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Je stärker die Bewertung an formale Kriterien geknüpft ist und je konservativer der Fachbereich, desto höher das Risiko einer expressiven Farbwahl. In kreativ-affinen Disziplinen hingegen kann eine mutige Farbentscheidung tatsächlich als Qualitätsmerkmal gelten – vorausgesetzt, sie ist durchdacht und konsistent umgesetzt.
Papierqualität, Grammatur und Oberflächenfinish: Materialentscheidungen mit Langzeitwirkung
Die Wahl des Papiers entscheidet darüber, wie sich deine Bachelorarbeit anfühlt, bevor der Prüfer eine einzige Zeile gelesen hat. Haptik kommuniziert Qualität – und das geschieht unbewusst, aber wirkungsvoll. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert, dass ein inhaltlich starkes Werk durch dünnes, durchscheinendes Papier an Wirkung verliert.
Grammatur: Die richtige Papierstärke für den Innenteil
Für den Innenteil einer Bachelorarbeit hat sich eine Grammatur von 90 g/m² als Industriestandard etabliert – und das aus gutem Grund. Im Vergleich zum weit verbreiteten 80-g/m²-Büropapier reduziert sich die Durchscheinwirkung (Ghosting) spürbar, was besonders bei beidseitigem Druck mit Grafiken oder Abbildungen relevant ist. Bei sehr grafiklastigen Arbeiten mit vollfarbigen Diagrammen oder Fotografien empfehlen sich sogar 100 g/m², um Farbbrillanz und Schärfe optimal auszuspielen. Eine Grammatur über 120 g/m² macht für den laufenden Text jedoch wenig Sinn – der Rücken wird unnötig dick, was Bindeverfahren wie den Klebebeinsatz zusätzlich belastet.
Holzfreie Papiere mit einem Weißgrad von 160 CIE oder höher sorgen für optimalen Kontrast beim Schwarzweißdruck und lassen Farben knackiger wirken. Naturweiße Alternativen um 90–100 CIE wirken ruhiger auf das Auge und ermüden bei langen Lesetexten weniger – ein Aspekt, den Gutachter bei 80-seitigen Arbeiten durchaus registrieren. Wer bewusst eine cremefarbene oder beige Papiertonalität für den Innenteil wählt, signalisiert gestalterisches Feingefühl und hebt sich vom weißen Einheitsbrei ab.
Oberflächenfinish: Matt, glänzend oder strukturiert?
Das Oberflächenfinish betrifft primär den Umschlag, wirkt sich aber entscheidend auf den Gesamteindruck aus. Mattes Laminat gilt in akademischen Kontexten als die seriösere Wahl: Es reflektiert kein Licht, liegt angenehm in der Hand und toleriert leichte Fingerabdrücke besser als Hochglanz. Glänzendes Laminat verstärkt die Farbtiefe und eignet sich, wenn der Einband fotografische Elemente oder starke Farbflächen enthält – es wirkt allerdings schnell überladen bei minimalistischen Designs.
Eine Sonderstellung nimmt das Soft-Touch-Laminat ein. Die samtartige Oberfläche wirkt hochwertig, schützt zuverlässig vor Feuchtigkeit und bildet eine ideale Basis für zusätzliche Veredelungen. Wer beispielsweise eine Prägung auf dem Einband plant, sollte auf Soft-Touch oder mattes Laminat setzen – auf Hochglanzoberflächen kommen Reliefprägungen optisch kaum zur Geltung.
- Mattes Laminat: Reflexionsfrei, elegant, am universellsten einsetzbar
- Glänzendes Laminat: Farbintensiv, ideal für bildlastige Einbände
- Soft-Touch-Laminat: Premium-Haptik, beste Basis für Veredelungen
- Strukturpapiere (z. B. Leinen- oder Hammerschlagoptik): Besonderer Charakter, aber eingeschränkte Druckqualität auf der Oberfläche
Materialentscheidungen und Farbkonzept gehören zusammen gedacht. Wer den Einband farbig gestaltet, sollte das Finish und die Grammatur bereits beim Designprozess miteinbeziehen – ein tiefes Dunkelblau auf mattem Laminat erzielt eine vollkommen andere Wirkung als dasselbe Blau auf Hochglanz. Druckdienstleister bieten häufig kostenlose Musterdrucke an; diese Option sollte man bei einer Investition von 30–80 Euro für die Gesamtbindung konsequent nutzen.